Dicker Voranschlag für die Zürcher Elefantenanlage

Dicker Voranschlag für die Zürcher Elefantenanlage

Beitragvon Claudia12 » 15. Okt 2010, 19:56

Ein Bericht aus NZZ Online vom 12.10.10

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Dicker Voranschlag für die Zürcher Elefantenanlage

Auf 41 Millionen Franken erhöhtes Kostendach und verzögerter Baubeginn

Die Baubewilligung für die neue Elefantenanlage des Zoos Zürich liegt vor. Das ist die gute Nachricht für die Institution. Die schlechte ist, dass das Projekt wohl fast 30 Prozent teurer wird als im Wettbewerb veranschlagt.

Elefant müsste man sein, zumindest in Zürich. Während viele Menschen über die Aussichtslosigkeit ihrer Wohnungssuche in der Stadt und Bauwillige über beschränkte Landreserven klagen, haben die Dickhäuter im Zoo ein 41-Millionen-Franken-Mehrfamilienhaus mit viel Umschwung in Aussicht. Sie sollen es in der ersten Hälfte des Jahres 2014 beziehen können. Die Baubewilligung liegt nun vor, wie der Zoo mitteilt. Auf anderen Ebenen allerdings läuft nicht alles reibungslos ab.

Fast 30 Prozent teurer

Der Baubeginn ist auf Frühling 2012 angesetzt, ein Jahr später als ursprünglich geplant. Zu den Gründen gehören nebst technischen Schwierigkeiten unerwartet hohe Kosten für das vom Zoo finanzierte Projekt. Auf diesen Punkt wird im Communiqué nicht speziell hingewiesen: War bis anhin stets von 32 Millionen Franken die Rede gewesen, so ist der nun vom Verwaltungsrat bewilligte Kredit um fast 30 Prozent höher.

Zoodirektor Alex Rübel bestätigt auf Anfrage, dass die bisherigen Berechnungen deutlich zu tief angesetzt waren. Diese hätten sich auf die Vorgaben gestützt, die man im Wettbewerb für das Vorhaben gesetzt habe. Es sei Usanz, dass der tatsächliche Voranschlag dann bis zu 25 Prozent höhere Kosten ausweisen könne. In diesem Fall werde es nun noch etwas mehr. Er erklärt dies damit, dass das Team, von dem die Pläne stammen, keine Erfahrung mit Zoobauten aufgewiesen habe.

Das in einem zweistufigen Wettbewerb ausgewählte Projekt stammt von einem jungen Zürcher Duo, dem Architekten Markus Schietsch und dem Landschaftsarchitekten Lorenz Eugster.

In der Finanzierung, die vor allem durch Sponsoren und private Spenden sichergestellt wird, klafft nun ein 13-Millionen-Franken-Loch. Von den 28 Millionen Franken, die man gesammelt hat, sind 11 Millionen allein in den letzten acht Monaten eingegangen. Damit wäre das ursprüngliche Budget bis auf 4 Millionen Franken erreicht gewesen, doch nun droht die Sammeltätigkeit zur Sisyphusarbeit zu werden.

Rübel zeigt dennoch Zuversicht und kündigt für den Winter weitere Spendenaktionen an. Mit dem Bau werde man, wie ursprünglich angekündigt, erst starten, wenn die Finanzierung gesichert sei. Dabei könne der Zoo aber unter Umständen noch gewisse Reserven anzapfen.

Bei den Kosten für die Erschliessung der Anlage kann die Institution auf die öffentliche Hand zählen, haben doch Stadt und Kanton insgesamt 19,6 Millionen Franken für die Erneuerung und Erweiterung des Zoos gesprochen.
Sechsmal grössere Anlage

Mit einer Fläche von über 10 000 Quadratmetern wird das neue Zuhause der Elefanten sechsmal grösser sein als das jetzige und für bis zu zehn Tiere Platz bieten. Es soll den Spagat zwischen den heutigen Vorstellungen von artgerechter Haltung und der Attraktivität für Besucher schaffen, die unter anderem mit einer zentral gelegenen Plattform und einer Verschmelzung von Innen- und Aussenräumen angestrebt wird.

Ihren Namen, «Kaeng Krachan», verdankt die Anlage einem Nationalpark in Thailand. Diesem ist der Zoo, ähnlich wie dem madagassischen Pendant im Fall des Masoala-Regenwalds, über ein Naturschutzprojekt verbunden.
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Re: Dicker Voranschlag für die Zürcher Elefantenanlage

Beitragvon Heike » 15. Okt 2010, 20:16

Rüsselviecher halten ist teuer. Leider!
Aber schön, dass sich in Zürich was tut.
Nein, ich bin nicht verrückt, nur verhaltensoriginell.

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Re: Dicker Voranschlag für die Zürcher Elefantenanlage

Beitragvon Katrin » 15. Okt 2010, 21:06

Wenn ich das so lese...das sind echt Summen wo einem anders werden kann.
Schön das Zürich das anpackt.
Wünsche Münster das sie es auch gestemmt bekommen.
Es ist nicht notwendig verrückt zu sein, aber es hilft.
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