Nashörnchen in Sicht

Nashörnchen in Sicht

Beitragvon Claudia » 18. Feb 2011, 11:34

Nashörnchen“ in Sicht:

Mitte März wird Nashornkuh Emmi erneut Mutter

An Ebun erinnern Sie sich bestimmt noch! Im September 2009 geboren, entwickelte sich das Nashornkalb innerhalb von Tagen zum absoluten Publikumsliebling. Die Kleine wurde von den Pflegern aufgezogen, weil Mutter Emmi kein Interesse an ihrem Nachwuchs zeigte. Ihre ersten beiden Kälber hatte sie nach der Geburt tödlich verletzt. Nun ist die Breitmaulnashornkuh zum vierten Mal trächtig. Mit der Geburt rechnen wir etwa Mitte März.

Die Bestätigung über Emmis erneute Trächtigkeit ergaben Untersuchungen des Instituts für Veterinärmedizin in Wien. Die Wissenschaftler dort wiesen in Emmis Kot eindeutig „Schwangerschafts-Hormone“ nach. Diese sogen. „20-oxo-Pregnane“ sind Abbauprodukte des Schwangerschaftsschutz-Hormons Progesteron. Sie steigen bei einer Trächtigkeit etwa 70 Tage nach dem erfolgreichen Deckakt an. Für Emmi wurde der Anstieg für Mitte Januar 2010 nachgewiesen. Der erfolgreiche Deckakt war somit Mitte November 2009. Bislang lag die Dauer von Emmis Trächtigkeiten zwischen 493 und 499 Tagen – deshalb rechnen wir im Allwetterzoo mit der Geburt um den 20. März.


Die Erfahrungen bei den letzten Geburten waren nicht immer positiv, dennoch hoffen wir diesmal auf einen besseren Verlauf:

•erstmals werden Vicky und Emmi zur bevorstehenden Geburt nicht getrennt

•Vicky ist eine äußerst ruhige Nashornkuh und Emmi sucht stets deren Nähe, wenn sie Stress hat

•Emmi und Vicky haben mit Ebun ein Jungtier heranwachsen sehen

•Vicky hat sich offensichtlich mehr für Ebun interessiert als deren Mutter. Sie suchte von sich aus häufig Kontakt zu dem kleinen Nashorn im Nachbargehege


Geburtsvorbereitungen

•für evtl. entstehende Stresssituationen wird beiden Tieren die Möglichkeit gegeben, in ein Freigehege bzw. den Hof des Nashornhauses auszuweichen

•die bevorstehende Geburt ist am Verhalten von Emmi für die Pfleger eindeutig zu erkennen, sie setzt dann beispielsweise den Urin stoßweise ab

•es wird aber keine „Nachtwachen“ der Tierpfleger anlässlich der Geburt geben, um die Tiere nicht unnötig zu beunruhigen

•die Nashorn-Innenanlage wird wie bei den letzten Geburten mit Kameras überwacht; die Aufnahmen werden aufgezeichnet; dank Infrarot sind auch Aufnahmen im Dunkeln möglich


„Verwöhnen“ der werdenden Mutter


•es gibt „Wellness-Massagen“ mit einer Bürste, die Emmi zulässt und eine gewisse Zeit auch genießt

•wir bieten Emmi hin und wieder „Leckerbissen“ an, beispielsweise süßes, vitaminhaltiges Obst; die übliche Kost besteht zum Großteil aus Heu, harten Brötchen und Pressfutter (Pellets)

•mehr ist bei Nashörnern nicht möglich, weil es keinen direkten Kontakt zwischen Pflegern und Tieren gibt


Zur Geburt


•sollte Emmi ihr Jungtier nicht akzeptieren, ist der Zoo auf eine Aufzucht durch die Pfleger vorbereitet, basierend auf den Erfahrungen mit Ebun

•Breitmaulnashörner züchten in Zoos immer noch sehr selten und eine Eingliederung von handaufgezogenen Tieren in bestehende Gruppen ist ohne weiteres möglich – wie es das Beispiel Ebun zeigt


Breitmaulnashörner im Allwetterzoo


Harry geboren am 28. Dezember 1990 in Whipsnade/GB, seit 1994 in Münster
Vicky geboren am 23. Dezember 1986 in Münster
Emmi geboren am 22. Oktober 1990 in Münster, 2. Zoogeneration,
schon Emmis Mutter Emily kam in Münster auf die Welt



Nashornzucht im Allwetterzoo

Münster kann auf eine lange Tradition und bemerkenswerte Erfolge in der Zucht von Breitmaulnashörnern zurückblicken. Von 1977 bis 1990 wurden sieben Geburten verzeichnet. Das Kalb von 1977 war das erste in einem bundesdeutschen Zoo geborene und mit Emmi kam ein Kalb sogar in zweiter Zoogeneration zur Welt.



Der Zuchtbulle Harry, der seit 1994 in Münster lebt, deckte Emmi Anfang 1999 zum ersten Mal mit Erfolg. Nach rund 16monatiger Tragezeit brachte sie am 11. August 2000 ein gesundes männliches Kalb auf die Welt. Die sichtlich nervöse, erstgebärende Mutter verletzte dieses Kalb jedoch unmittelbar nach der Geburt so stark, dass es starb. Danach deckte der Bulle Emmi, die damals einen sehr regelmäßigen Zyklus hatte, immer wieder, doch leider stets erfolglos.



2002 wurde mit Unterstützung durch das Berliner Institut für Zoo- und Wildtierbiologie (IZW) eine künstliche Befruchtung von Emmi mit Harrys Samen versucht, allerdings ohne den erhofften Erfolg. Ultraschalluntersuchungen ergaben seinerzeit, dass Emmis Eierstöcke nur einen gering vorhandenen Zyklus zeigten, die Wissenschaftler bezeichneten die Kuh als „schwach östrisch“. Dennoch „mühte“ sich Harry weiterhin…



Im Herbst 2004 hatte es dann endlich wieder geklappt: Hormonbefunde bestätigten die Vermutung der Tierpfleger, Emmi war wieder trächtig. Leider hat auch das zweite Jungtier, geboren am 26. Juli 2005, nur wenige Stunden gelebt. Obwohl sich Emmi anfangs ruhig verhielt, attackierte sie das männliche Neugeborene plötzlich und unvorhersehbar mit dem Horn. Untersuchungen des toten Kalbes im IZW in Berlin ergaben, dass es an den Folgen innerer Verletzungen gestorben ist. Ein Stoß mit dem Nasenhorn hatte einen Leberabriss verursacht und zum inneren Verbluten geführt.



Quelle: http://www.allwetterzoo.de/fotos/news20 ... n-2011.php
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Re: Nashörnchen in Sicht

Beitragvon Heike » 18. Feb 2011, 12:19

Ich wünsche den Münsteranern, dass Emmi Kind Nr. 4 ganz normal aufzieht. :daumen: Irgendwann muss das doch mal klappen! :)
Nein, ich bin nicht verrückt, nur verhaltensoriginell.

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Re: Nashörnchen in Sicht

Beitragvon Katrin » 18. Feb 2011, 13:25

Hoffe auch das Beste für Nummer 4!
Es ist nicht notwendig verrückt zu sein, aber es hilft.
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Re: Nashörnchen in Sicht

Beitragvon Guni21 » 18. Feb 2011, 18:50

Habt ihr wirklich Hoffnung ??? Ich weiss nicht aber ich hoffe natürlich auf das BEste !!!
Wer noch ein bissl mehr von mir erfahren und Bilder sehen möchte, der kann gerne hier mal schaun:
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Re: Nashörnchen in Sicht

Beitragvon Simone » 18. Feb 2011, 20:41

Ich schliess mich Guni an, ich befürchte auch, dass es wieder schief geht und ehrlich gesagt finde ich es nicht so gelungen, dass sie Emmi immer wieder decken lassen. :roll:
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast
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Re: Nashörnchen in Sicht

Beitragvon Katrin » 18. Feb 2011, 20:48

Was ich denke und hoffe sind auch 2 Paar Schuhe...
Ich finde auch das es für Emmi der letzte Versuch gewesen sein sollte.
Es ist nicht notwendig verrückt zu sein, aber es hilft.
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Re: Nashörnchen in Sicht

Beitragvon Heike » 19. Feb 2011, 09:27

Ich hoffe es, aber weiß auch, dass es ziemlich unwahrscheinlich ist.
Nein, ich bin nicht verrückt, nur verhaltensoriginell.

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Re: Nashörnchen in Sicht

Beitragvon Claudia12 » 1. Mär 2011, 20:44

Ich hoffe, dass es gut geht, aber irgendwie glaube ich nicht daran.
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Re: Nashörnchen in Sicht

Beitragvon Claudia » 3. Apr 2011, 15:26

Alles Warten und Hoffen war vergebens: Das im Allwetterzoo erwartete Nashornbaby hat nur 60 Minuten gelebt. Fünfzehn Tage und Nächte, rund um die Uhr, haben das fünfköpfige Tierpflegerteam des Elefantenhauses um Revierleiter Michael Adler sowie Zoologen und Tierarzt auf die bevorstehende Geburt des 4. Nashornkalbes von „Emmi“ gewartet.... Auch die Öffentlichkeit verfolgte das Geschehen seit Wochen. Gegen elf Uhr am Samstagmorgen (2. April) war es endlich soweit: das Nashornkalb (männlich, ca. 65 kg) erblickte ohne Komplikationen das Licht der Welt! Die Mutter Emmi verhielt sich unmittelbar nach der Geburt vorbildlich, roch an dem Kalb, leckte an der Fruchthülle und alles schien gut zu gehen. Schon nach einer halben Stunde stand das Jungtier auf allen Vieren und unternahm erste Gehversuche. Emmi suchte dabei ständig Kontakt zu ihrem Kalb.

Circa eine Stunde nach der Geburt attackierte Emmi plötzlich ihr Kalb. Auf einen solchen Zwischenfall waren zwar alle vorbereitet – auch auf eine mögliche Handaufzucht wie unlängst bei Emmis 3. Jungtier „Ebun“ – aber diesmal gelang es nicht mehr, Mutter und Kind sofort zu trennen. Zu schwer waren die offensichtlich inneren Verletzungen des Kalbes, das unmittelbar nach den Stößen der Mutter starb.

Pfleger und Zooleitung sind sehr betroffen. Alle hatten gehofft, dass Emmi auch wegen der Anwesenheit der zweiten Nashornkuh „Vicky“, die früher Tage vor dem Geburtstermin abgetrennt wurde, deutlich ruhiger sein würde als bei den vergangenen Geburten. Das schien sich zu bestätigen: Emmi, die auch nachts über Kameras und Monitore durch die Tierpfleger beobachtet wurde, verhielt sich sowohl im Vorfeld als auch direkt nach der Geburt wesentlich ruhiger als in der Vergangenheit. Dennoch kam es, wenn auch mit deutlicher Verzögerung, zu dem schwer erklärbaren Zwischenfall.

Wegen der wiederkehrenden Komplikationen nach den Geburten von Emmis Kälbern – drei von vier starben und eines, Ebun (2009), wurde getrennt von der Mutter mit der Flasche aufgezogen – hat die Zooleitung entschieden, keine weiteren Zuchtversuche mit dieser Nashornkuh zu planen. Ob Emmi sterilisiert oder an einen anderen Zoo mit einer nicht züchtenden Gruppe Breitmaulnashörner abgegeben wird, bzw. welche weiteren Optionen es gibt, klärt die Zooleitung in den nächsten Tagen mit dem Europäischen-Erhaltungs-Zuchtprogramm (EEP). Das Jungtier wurde zur Sektion zum Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) nach Berlin gebracht.

Wie alle Nashörner sind auch die im Allwetterzoo lebenden Breitmaulnashörner in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten in Afrika stark von der Ausrottung bedroht. Ihre Zucht in Zoologischen Gärten dient nicht nur der Erhaltung stabiler Zoopopulationen, sondern ist auch ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz. In der Vergangenheit hatten zwei andere Nashornkühe im Allwetterzoo ihre Jungtiere vorbildlich aufgezogen. Sowohl Emmi als auch ihre Mutter Emily wurden bereits in Münster geboren.


Quelle: http://www.allwetterzoo.de/
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Re: Nashörnchen in Sicht

Beitragvon Simone » 3. Apr 2011, 16:08

Sehr traurig für das Jungtier aber Gott sei Dank sieht jetzt auch endlich der Zoo ein, dass es mit Emmi keinen Sinn hat weiter zu probieren.
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Re: Nashörnchen in Sicht

Beitragvon Heike » 3. Apr 2011, 17:10

Hab's gerade bei facebook gelesen. Das ist traurig! :cry: Und sehr bitter, dass der kleine Mann so gar keine Chance hatte.
Aber gut, dass Emmi keine fünfte Schwangerschaft mehr zugemutet wird. Emmi ist einfach kein "Muttertier" wie z. B. die Krefelderin Nane.

Katrin und ich hatten uns heute mittag beim Anblick der alten Duisburger noch darüber unterhalten und dass wir auch eigentlich nicht mehr dran glauben, dass Emmi es beim 4. Mal hinkriegt, es aber doch noch hoffen.
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